1.Geschichte = Wie der Narr nach Senden kam =

Früh schon ist es dunkel geworden an diesem 06.12.2016. Über der großen Stadt ist gerade der Klang der Glocken einer der vielen Kirchen verhallt. Traurig und müde schlurft ein Narr in seiner bunten Kleidung und seinen viel zu dünnen Schuhen durch die Fußgängerzone. Niemand nimmt Notiz von ihm, alle sind mit den Weihnachtseinkäufen, dem Besuch des Nikolaus oder mit dem jeweiligen Smartphone beschäftigt. So kann es nicht weitergehen,   beschließt der Narr und  geht mit jetzt
entschlossenem Schritt zu den Bushaltestellen gegenüber dem Bahnhof. Heute wird er es wagen, er wird in einen der großen,  roten doppelstöckigen Busse steigen und die Stadt verlassen, die so unpersönlich für ihn geworden ist. Der Bus hält, zischend öffnen sich die Türen, flink schlüpft der Narr hinein und huscht die Treppe im Bus hinauf. Er hat Glück, vor der großen Frontscheibe ist noch alles frei und er genießt die Fahrt. Hei, wie schnell  geht es auf der Autobahn vorwärts, davon hat er immer geträumt, mal etwas Neues wagen. Der Bus verlangsamt die Fahrt,biegt um verschiedene Ecken und hält schließlich an, es steigen viele Menschen aus. Kurzentschlossen hüpft auch der Narr
die Stufen hinunter und verlässt den Bus. Kalt ist es draußen, er schaut sich um. Genau gegenüber sieht er ein leuchtend rotes Schild mit weißen Buchstaben „rwee“ buchstabiert er mühsam. Mit Weh will er nichts zu tun haben,entschlossen läuft er los. Er biegt in einen Weg ein. Links ein Italiener, rechts das ihm bekannte Sparkassenzeichen. Er läuft an einenm DMM- Markt vorbei . Diese dmm Märkte mag er. In der großen Stadt gingen
viele Frauen unzufrieden hinein und wenn sie mit  vollen Taschen wieder herauskamen,  sahen sie viel glücklicher aus. So etwas gefällt dem Narren. Aber jetzt muss er weiter, er geht an einem Schulgebäude vorbei und biegt nach links ab. Vor sich hat er jetzt eine  Kirche, der Kirchturm ragt hoch über ihm auf, da aber in der großen  Stadt sehr viele ähnliche Gebäude stehen, ist sein Bedarf gedeckt und er schlendert weiter. Unter seinen Füßen spürt er zu seiner Freude Kopfsteinpflaster. Er geht in eine Straße hinein und bleibt an einem Schaufenster einer
Buchhandlung  stehen. Ein Vogel mit einem Buch im Schnabel ist am Haus angebracht. Ein schönes Bild.  Lächelnd wendet er sich den gegenüberliegenden Häusern zu. An einem Wirtshaus versucht er den Namen zu entziffern. In die Schule ist er nie gerne gegangen, Fröhlichkeit und Spaß vermisste er da. So entziffert er: Nimm Eier Tausendachthundertsechsundachtzig.  Eier nix dagen, denkt er sich,  aber warum gleich so viele? Da knurrt sein Magen und er beschließt dieses Rätsel später zu lösen. In diesem Moment öffnet sich die Tür des
Gasthauses, zwei Männer treten heraus, rasch schlüpt der Narr durch die Tür und steht jetzt im Schankraum. Bevor sich seine Augen an die plötzliche Helligkeit gewöhnt haben,  führt ihn  die Bedienung nach kurzer Musterung in einen kleineren Raum. Hier ist lautes Gekicher und Gegackere zu hören. Aha, irgendwo müssen ja auch die Hühner zu diesen vielen Eiern sein, denkt der Narr. Zu seiner Verwunderung ist es aber eine bunt zusammengewürfelte Mischung aus jungen, mittelalten und
älteren Menschen, die augenscheinlich viel Spaß haben. Ein Mann mit durchdringender Stimme und braunen Augen hinter funkelnden Brillengläsern versucht sich gerade Gehör zu verschaffen. „Ruhe, dies
gilt auch für meine Frau und meine Tochter.“ Augenblicklich ist es still, und der Mann dessen Augen jetzt wieder freundlich hinter den Brillengläsern schauen, begrüßt alle im Namen der Sendener Narren zur Nikolausfeier. Narren freut sich der Narr, er hat  Narren gesagt. Hier ist er richtig und er lässt sich neben einer jetzt wieder kichernden Frau nieder. Eine fröhliche Stimme fragt „Omi, was hast du denn da für eine Eroberung gemacht?“ Die so angesprochene schaut ihn kurz von oben
bis unten an und antwortet: „Einen Narren, was käme auch
anders in Frage?“

2.Geschichte = Der Narr geht schlafen =

Es hatte einmal ein Karnevalsverein im Bergischen Land ein Rot-Blaues Funkenmariechen , dass wollte sich mit dem Ende der närrischen zeit am Nachmittag des Veilchendienstags nicht abfinden . Entschlossen lief es los , immer der Nase nach . Ging durch eine Autobahnunterführung und fand an der Schranke eines matschigen Parkplatzes einen etwas verkarterten und verrauchten Husaren . "Helau" begrüsste es ihn . Der schaute sie lange an und erwiderte mit etwas heiserer Stimme :"Hat sich was mit Helau , so treu man auch ist , morgen ist alles vorbei ." "Ach " , sprach das Funkenmariechen , "komm mit , etwas Besseres als den Aschermittwoch findest du überall . "So setzen sich die Beiden in Marsch und gingen lange Zeit schweigsam nebeneinander . Die Landschaft wurde allmählich flacher und sie passierten das Ortseingangsschild Wolbeck . An einer Kneipe lehnte mit hängendem Kopf ein Ziegenbock . Der meckerte auch sofort los:"Wo wollt ihr denn hiiin ? Unsere Zeit läuft aaab ." "Quatsch " , sagte der Treue Husar :"trab einfach mit uns mit , etwas Besseres als den Aschermittwoch findest du überall . "Der Verkehr wurde dichter und unversehens waren die drei in Münster am Rathaus angekommen . An der Tür des Rathauses stand ein großer , bunt gekleideter Mann mit trauriger Miene , "Helaaau" , meckerte der Ziegenbock , "du kommst mir vaaage bekannt vor . "Ich bins euer Prinz , ach nein , bald bin ich ja wieder nur Ingo und darf keinem mehr was auf meiner Gitarre vorspielen . " antwortete der Mann . " Koooomm mit , etwas Beeeesseres als den aschermittwoch findest du üüüüberall . " So waren sie zu viert , die grosse Stadt ließen sie hinter sich und kamen an ein recht verfallen wirkendesWasserschloß . Auf der Brückenmauer saß ein Narr , starrte elegisch in den Wassergraben und warf kleine Steinchen hinein . Prinz Ingo beugte sich hinunter und sprach :"Hast du den Karnevals Blues ? Komm mit , etwas Besseres als Aschermittwoch findest du überall . Der Narr musterte neugierig die bunt gemischte Truppe und sagte mit neu erwachtem Elan  :"Helau , alle Miteinander . Gerne komm ich mit , ich hab auch schon eine Idee wohin wir gehen können  ." Wohin denn" ? fragten alle überrascht . " Mein Verein" sprach der Narr , "hat einen Schriftführer" . Waas soll daran denn Besooonderes sein , mein Verein hat sogar zweeei . Meckerte da der Ziegenbock . "Halt den Rand , du alter Bock ,Schnauzte da das sonst immer lächelnde Funkenmariechen , " Jetzt lass den Narr ausreden . Also , sprach der Narr ; unser Schriftführer Robert hat einen Garten mit einem Gartenhäuschen , da können wires uns gemütlich machen . Das Funkenmariechen tanzt , Ingo spielt ein paar Lieder und wir anderen sind närrisch  . Und wenn wir trotzdem schlechte Laune bekommen , nehmen wir halt unsere Medizin . Mein Verein hat letztens in einer Feldforschung am lebenden Objekt fest gestellt ,dass Jägermeister und Bärbelchen zusammen mit Mäusespeck einer Gemütsverstimmung entgegen wirken . " Iiich maaag aber keeein Bäärbelchen" ließ sich da der Ziegenbock vernehmen . " Gar nicht schlimm , für Dich gibt es die jungen Triebe alter Apfelbaumsorten , zu viel Grün im Gartenverwirrt eh nur die Sinne " . Mit diesen Worten sprang der Narr auf übernahm die Führung . Alle folgten ihm , das Tanzmariechen hüpfte fröhlich , der treue Husar straffte die Schultern , Prinz Ingo ließ die ersten Akkorde ertönen , der Ziegenbockhob stolz den Kopf . Immer wieder erscholl der Ruf :" Helau , etwas Besseres als den Aschermittwoch finden wir überall

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